Arbeiten in Konzernen kann blind machen. Vor all dem, was außerhalb dieser Konzernwelt vor sich geht. Im besten Fall beschäftigen sich solche Läden mit sich selbst, was zwar die Kunden wenig erfreut, aber die Außenwelt am wenigsten beschädigt. Zumindest, wenn man die Chance hat als Kunde auf Alternativen zuzugreifen, die weniger Konzern-zentrisch agieren.
Wie zwei aktuelle Beispiele bei Siemens und Apple zeigen, kann dieses Konzern-zentrische Denken und Handeln schnell zu Imageverlusten in der Öffentlichkeit führen. Kleine Anlässe, große Wirkung: Siemensianer schönten in Wikipedia die Bio ihres Chefs Klaus Kleinfeld und Apple ging juristisch gegen Websites vor, die angeblich Geschäftsgeheimnisse veröffentlichten und sorgte für eine kleine iCrisis.
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Eigentlich wollte ich schon die E-Mail der Münchner Agentur Avantgarde wegklicken. Video-Chat als Lernmethode, so der Betreff, ist nicht gerade mein Thema und mit Krisen-PR hat das zunächst nichts zu tun. Doch dann las ich weiter, erfuhr, dass zwei Schulen in Athen und Velbert per Instant Messaging Sprachunterricht über lange Distanzen betreiben. Dann war zu lesen, dass PISA meint, dass der Computereinatz zu besseren Leistungen führt. mehrfach wurde erklärt, dass beim Chatten der MSN Messanger benutzt wird.
Allerdings wurde mir beim Lesen nie so ganz klar, auf was die Presseinformation, die in ihrer Form eine sehr journalistische Diktion anstrebte, hinauswill. Irritiert hat mich zusätzlich, dass kein Auftraggeber genannt wurde, aber das mehrfach genannte Produkt MSN Messenger gerade Teil einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Microsoft und der EU ist.
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Braucht SAP einen Betriebsrat? Oder braucht die Walldorfer Softwareschmiede keinen? Eigentlich könnte das Außenstehenden, wenn sie nicht gerade in Gewerkschaftsvorständen sitzen, egal sein. Wenn da nicht einer der Hauptaktionäre der Presse die schöne Steilvorlage mit der Abwanderung aus Deutschland geliefert hätte, falls die IG Metall einen Betriebsrat durchsetzt. Damit war das Thema auf eine neue Ebene gehoben, auch als deutlich wurde, dass die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter keinen Betriebsrat will.
Der in der öffentlichkeit als agressiver Mitarbeitervertreter-Verhinderer Lidl und SAP saßen nun im undifferenzierten Bild der Öffentlichkeit in einem Boot. Auch in der Wirtchaftspresse, die sehr fair die Interessenlosigkeit der Mitarbeiter an einem Betriebsrat beschrieb, wurden nun Fragen laut, ob SAP mit seiner Reaktion - und der offenen Ablehnung deutscher Gesetze ganz richtig liege. Manch ein SAP-Kunde wird sich wohl auch gefragt haben, warum richte ich mich nach dem geltenden Recht und mein Software-Lieferant nicht?
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