Über mehrere Jahre will man bei der ARD von Schleichwerbung nichts gewusst haben. Auch nicht, dass ihre Tochter Bavaria Film mit Schleichwerbe-Einnahmen die immer engeren Etats für die Produktion aufbesserte bzw. damit ihre Bilanz auch zugunsten der Gesellschafter aus ARD-Kreisen aufbesserte. Immer wieder ist auch von anderen Produzenten hinter vorgehalterner Hand zu hören, dass man von den Sendern zur Kreativität beim Finanzierung angehalten wird, wenn die Budgets eng sind – und wie das geschieht, dafür interessiert man sich wohl lieber nicht.
Vielleicht ist dies alles nie bis in die Etagen von Intendanten und ARD-Spitzenleuten vorgedrungen, aber die Frage muss erlaubt sein: übernehmen diese, wenn sie über Jahre schon blind und taub waren, keine Verantwortung?
Als Gebührenzahler hat man dazu noch den Eindruck, dass in den oberen Etagen der öffentlich-rechtlichen Sender jenseits der Nachrichten die Wirklichkeit nicht wahr genommen wird. Ein Eindruck, der sich angesichts der Gebührendiskussion und der Einkommensrückgänge bei vielen Gebührenzahlern aufdrängt.
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Am 16. März 2006 ging das Fondstelegramm mit der Hiobsbotschaft online: Offene Immobilienfonds verloren im Februar weitere 1,2 Milliarden Euro Anlegerkapital. Eine fast milde Überschrift. Sie hätte auch die summierten über acht Millionen nennen können. Denn einen Monat zuvor war die Krise der offenen Fonds noch deutlicher an der Schlagzeile erkennbar: Offene Immobilienfonds verlieren über sieben Milliarden Euro innerhalb von zwei Monaten.
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Das Magazin Beteiligung Report hat in seiner Ausgabe 1/2006 die Ergebnisse einer Glaubwürdigkeitsstudie veröffentlicht. Parallel zur Studie wurden auch Interviews mit dem Ex-Prior von Kloster Andechs, Anselm Bilgri, und Prof. Peter Winkelmann von der FH Landshut (Marketing und Vertrieb).
Winkelmann stellt bei der Deutschen Bank einen hohen Vertrauensverlust fest, weil sie in ihrer Public Relations an den Menschen vorbei taktiert hat. Für Bilgri besteht Glaubwürdigkeit in Authentizität, also der Übereinstimmung von innen und außen.
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Wie viel Prozent der Presse-Berichterstattung entsteht aus Krisensituationen? Wie trägt Berichterstattung zur Entstehung und Verschärfung einer Krise bei? Wie gehen Verantwortliche mit einer Krise um?
Man könnte täglich ein Krisentagebuch führen, allein wenn man die Süddeutsche Zeitung durchblättert. Eine kleine Auswahl aus der Ausgabe von Donnerstag, 18. März 2006:
Von verschwiegenen Legionellen-Bakterien bis hin zur Never Ending Schumacher-Story bei Infinion.
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Braucht SAP einen Betriebsrat? Oder braucht die Walldorfer Softwareschmiede keinen? Eigentlich könnte das Außenstehenden, wenn sie nicht gerade in Gewerkschaftsvorständen sitzen, egal sein. Wenn da nicht einer der Hauptaktionäre der Presse die schöne Steilvorlage mit der Abwanderung aus Deutschland geliefert hätte, falls die IG Metall einen Betriebsrat durchsetzt. Damit war das Thema auf eine neue Ebene gehoben, auch als deutlich wurde, dass die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter keinen Betriebsrat will.
Der in der öffentlichkeit als agressiver Mitarbeitervertreter-Verhinderer Lidl und SAP saßen nun im undifferenzierten Bild der Öffentlichkeit in einem Boot. Auch in der Wirtchaftspresse, die sehr fair die Interessenlosigkeit der Mitarbeiter an einem Betriebsrat beschrieb, wurden nun Fragen laut, ob SAP mit seiner Reaktion - und der offenen Ablehnung deutscher Gesetze ganz richtig liege. Manch ein SAP-Kunde wird sich wohl auch gefragt haben, warum richte ich mich nach dem geltenden Recht und mein Software-Lieferant nicht?
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Es muss nicht immer gleich ein Kongress sein, der mit aufgeschäumten Worthülsen jedem zahlenden Teilnehmer verspricht, dass er künftig mit links jede Krise bannen oder zumindest managen kann.
Im Frankfurter Berger-Kino, das sich regelmäßig um wichtige Medienthemen verdient macht, fand am 8. Februar der 50. MedienMittwoch statt. "Krisen-PR – Kommunizieren hilft Schaden begrenzen" stand auf dem Programm. Leider konnte ich an der Veranstaltung nicht teil nehmen, doch was darüber im Internet zu finden ist, zeigt, dass der Abend den Gästen eine Menge Impulse mitgab.
Als Anregung von dem Abend kann man mitnehmen: Internet und elektronische Medien steigern die Virulenzgefahr von Krisen enorm. Aber wie in der Homöopathie stellen diese Medien auch die Gegenmittel bereit, wenn man sie durch sinnvolle Vorbereitung zu nutzen weiß.
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